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Die Fernsehzeitschrift "Gong" interviewte Ulla Jürgensen, Geschäftsführerin von CastingPartner

Gong: Seit "Bauer sucht Frau" ein Quotenrenner ist, boomen Datingshows im TV. Ist die Nachfrage bei Casting Aufrufen zu Datingshows groß?

Jürgensen: Das hängt von den geforderten Kriterien ab, die erfüllt werden müssen. Junge, attraktive Singles für Datingshows lassen sich immer finden.
In unserer Spassgesellschaft steht der Spassfaktor nun mal mit an oberster Stelle.
 

Gong: Wie viele Interessenten bewerben sich im Durchschnitt und wie viele kommen dann ernsthaft in Betracht?

Jürgensen: Das ist unterschiedlich, je nach bundesweitem oder regionalem Aufruf und auch nach den Anforderungen an den Kandidaten, ob die
Familie mit einbezogen wird, ab die Wohnung gezeigt wird, etc.
Bei einem Aufruf stadtbezogen, z.B. Raum München, Singles (ohne Familie, ohne Wohnung vor der Kamera) bewerben sich ca. 100 Singles.
Anhand der Fotos u. Personenbeschreibung suchen wir dann die interessantesten Personen aus.


Gong: Wie werden die Kandidaten auf eine Sendung vorbereitet? Oder ist das gar nicht nötig?

Jürgensen: Es gibt seitens der Produktion immer Vorgespräche mit der Redaktion. Die Vorbereitung ist für alle notwendig.
Für manche Datingformate werden auch Einspieler mit den Singles gedreht.
Hier ist dann eine enge Zusammenarbeit zwischen Kandidat und Produktion gefordert.


Gon: Welche Kriterien sollte ein Kandidat für die Partnersuche im TV erfüllen?

Jürgensen: Kriterium Nr.1: die Partnersuche im TV nicht zu ernst nehmen! 


Gong: Ist Selbstbewusstsein oder eher Selbstironie gefragt, sollte man kurios oder durchschnittlich sein? Ist sogar bisweilen Schüchternheit gefragt?
Da das sicher vom Format abhängt, würde ich mich freuen, wenn Sie Ihre
Kriterien an Beispielen benennen könnten.

Jürgensen: Welche Kandidatenanforderungen für welches Format gefragt sind, erklärt das Format. "Jung, sexy sucht..." verlangt sicher anderes als "Schwiegertochter gesucht".
Bei letzterem zieht der Sender ja die letzten Reserven als Trümpfe!
Den Erfolg von "Bauer sucht Frau" macht u.a. der rustikale Mix mit dem unterhaltsamen Off-Ton. Gefragt ist grundsätzlich erst einmal alles. Selbstbewusstsein, Offenheit und Humor sind grundsätzliche Kriterien
für "fernsehtauglich". Eine gewisse Verschrobenheit oder Schüchternheit geht dann in die andere Richtung, also "fernsehuntauglich", was aber leider von eingen Produktionen durchaus auch zur Unterhaltung eingesetzt wird.


Gong: Dating-Shows sind ja vor allem auch Unterhaltungsfernsehen, wie erkennen Sie den Unterhaltungswert von Kandidaten? Was muss man dazu von ihnen wissen?

Jürgensen: Anhand der Bewerbung u. Fotos und einem Telefoncasting, bei dem weitere Details zur Person abgeklärt werden.
Wissenswert sind besondere Interessen, Hobbys, also all das, was diese Person von anderen abhebt.

Gong: Darf man als Kandidat und als Bewerber mit einem Verdienst rechnen? Unterscheiden sich die Honorare sehr?

Jürgensen: Eine Aufwandentschädigung wird gezahlt, je nach Format kann das auch als Verdienst bezeichnet werden.

Gong: Geben Sie Kandidaten, die bereits gescheitert sind, in Ihrer Auswahl eine zweite Chance?

Jürgensen: Sie meinen, die bereits bei einer Datingshow waren u. nicht fündig wurden?
Das entscheidet der Sender. Normalerweise sind Kandidaten für mind. 2 Jahre gesperrt. Bei einem entsprechenden Unterhaltungsfaktor wird die Person auch gerne wiedergenommen. Da zählt dann der Wiedererkennungseffekt für den Zuschauer "den oder die kenn ich doch...die war doch schon mal dabei". Das kann durchaus die Spannung für den Zuschauer hochschrauben, ist TV-Psychologie.

Jürgenen: Manchmal sieht es aus, als bildeten Kandidaten in Sendungen wie "Bauer sucht Frau" oder demnächst auf SAT.1 in "Schwer verliebt" ein beim Zuschauer durchaus beliebtes Kuriositätenkabinett. Sind diese Menschen schwerer oder leichter zu finden?

Jürgensen: Nun, diese Personen liegen mit Sicherheit nicht zum Abholen auf der Strasse. Kuriose, skurrile Menschen sind keine "Durchschnittsware".

Gong: Gibt es Datingformate, für die Sie selbst nicht casten möchten, zum
Beispiel, weil die Kandidaten zu lächerlich gemacht werden? Oder ist diese
Sorge unbegründet, da den Kandidaten durchaus klar ist, dass sie sich zu
Narren machen?

Jürgensen: Dem Narren ist seine Tollität durchaus nicht bewusst. Die Grenze zu einer womöglichen psych. Störung ist fliessend u. gehört abgeklärt.
Menschen, die jedwede Behinderung haben, gehören nicht in eine
Unterhaltungssendung zur Volksbelustigung. Da sollten die Sender einen Riegel vorschieben!
Weibliche Singles à la carte (als Darstellerinnen), die einem Kandidaten präsentiert werden, der so einige Sitzungen beim Psychologen
mit oder ohne seiner Mutter braucht, das ist die unterste Schiene des Unterhaltungsfernsehens. Direkt neben Messies und Animal Hording.

 

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